Nikotinpouches in Österreich – Status Quo, neue Regeln & Kosten im Überblick
In den letzten Jahren haben Nikotinpouches – kleine nikotinhaltige Beutel ohne Tabak – stark an Popularität gewonnen. Sie gelten als rauchfreie Alternative zu Zigaretten und E-Zigaretten und werden vor allem von ehemaligen Raucher:innen, aber auch von jüngeren Konsument:innen genutzt. Doch gerade wegen dieser Verbreitung hat die österreichische Politik reagiert und umfangreiche gesetzliche Änderungen beschlossen, die ab 1. April 2026 in Kraft treten.
🧾 Was sind Nikotinpouches?
Nikotinpouches (auch „white snus“ genannt) sind kleine Portionen, die unter die Lippe gelegt werden und über die Mundschleimhaut Nikotin freisetzen. Sie enthalten kein Tabak, weshalb sie bisher anders reguliert wurden als klassische Tabakprodukte.
📅 Wichtige gesetzliche Änderungen ab 01.04.2026
🛍️ 1. Verkauf nur noch über lizenzierte Kanäle
Bis Ende März 2026 konnten Nikotinpouches noch frei im Handel – etwa in Online-Shops oder diversen Shops – verkauft werden. Ab 1. April werden sie in Österreich Teil des Tabakmonopols, ähnlich wie Zigaretten:
- Verkauf nur noch über lizenzierte Trafiken und Fachgeschäfte.
- Online-Verkauf verboten.
Damit soll die Alterskontrolle gestärkt werden, um Jugend- und Verbraucherschutz sicherzustellen.
⛔ 2. Altersbeschränkung & Jugendschutz
Bereits vor der Reform haben mehrere Bundesländer den Verkauf an unter 18-Jährige verboten. Ab 2026 gilt diese Altersgrenze bundesweit verbindlich.
📦 3. Tabaksteuer und Lizensierung
Ab April 2026 werden Nikotinpouches der Tabaksteuer unterworfen, ähnlich wie Zigaretten oder Tabak zum Erhitzen. Das bedeutet:
- Steuerpflicht nach Menge/Volumen.
- Teil eines neuen, strengen Lizenzsystems für Händler.
- Auch nikotinfreie Liquids und Pouches sollen steuerpflichtig werden, da sie schwer unterscheidbar sind.
Damit will der Gesetzgeber nicht nur Einnahmen generieren, sondern auch gesundheitspolitische Ziele verfolgen und die Attraktivität für Jugendliche reduzieren.
🪪 4. Werbe- und Kennzeichnungspflichten
Entsprechend den Plänen soll für Nikotinpouches gelten:
- Keine zielgruppengerichtete Werbung, ähnlich den Tabakregeln.
- Pflicht zu Gesundheitswarnungen auf der Verpackung.
- Vorgaben zur Produktmeldung vor Markteinführung.
💶 Preisgestaltung – Was wird teurer?
Durch die neuen Regeln steigen die Kosten für Nikotinpouches auf mehreren Ebenen:
📈 1. Tabaksteuer ab April 2026
Nikotinpouches werden in das bestehende Steuersystem eingegliedert. Zwar gibt es keine fixen Endpreise, doch gilt Folgendes:
- Pouches werden nach Menge/Volumen besteuert.
- Weitere Steuererhöhungen sind 2027 und 2028 vorgesehen.
🏷️ 2. Nebenwirkungen auf Verkaufspreise
Durch erhöhten bürokratischen Aufwand und strenge Lizensierungs- und Vertriebspflichten dürften Händler die Preise in Folge anpassen bzw. erhöhen.
Auch zusätzliche Vorgaben zur Verpackung und Information können die Kosten für Hersteller und Händler steigern – und damit die Endpreise für Konsument:innen.
💻 3. Keine Online-Rabatt-Optionen mehr
Ein großer Vorteil für viele Käufer:innen war bisher der Online-Bezug mit Rabatten. Durch das Verkaufsverbot über Online-Shops entfällt dieser Preisdruck, sodass Produkte beim Einzelhandel in der Regel teurer angeboten werden als online.
🚬 Warum diese Reform?
Die Regierung betont mehrere Gründe für die Neuerungen:
- Jugendschutz stärken: Nikotinpouches sind unter Jugendlichen beliebt geworden.
- Gesundheitsschutz: Nikotin ist suchterzeugend – auch ohne Tabak.
- Bessere Kontrolle: Lizensierte Verkäufe sollen illegalem Handel entgegenwirken.
Diese Ziele stehen im Kontext einer breiteren Novelle des Tabak- und Nichtraucherschutzgesetzes, die auch Einweg-E-Zigaretten und andere neue Produkte betrifft.
🧠 Fazit: Was bedeutet das für Konsument:innen?
| Bereich | Status vor 01.04.2026 | Ab 01.04.2026 |
|---|---|---|
| Verkauf | Frei im Handel & online | Nur noch Trafiken & lizenzierte Shops |
| Altersgrenze | Teilweise lokal | Bundesweit 18+ |
| Steuer | Keine Tabaksteuer | Steuerpflicht |
| Werbung | Weniger reguliert | Strenge Beschränkungen |
| Preise | Günstiger (online möglich) | Erwartet teurer |
Die Reform markiert einen klaren Wandel in der Regulierung von Nikotinpouches in Österreich: Sie gehen vom „freien“ Produkt zu einem streng regulierten, steuerpflichtigen Genussmittel, ähnlich klassischen Tabakerzeugnissen.